Biografisches 2019-04-02T17:35:19+00:00

Biografisches

Lernen Sie hier meinen äußeren Lebenslauf kennen, und  Interessierte können durch den zweiten Button meinen inneren Werdegang erfahren.

Geboren bin ich 1962 in der Pfalz, in Edenkoben an der Weinstraße.

Ausbildungen

Ein Magister habe ich in Ägyptologie mit den Nebenfächern Koptologie (Übersetzung des Markus-Evangeliums), Philosophie (Hegel) und  Mittelhochdeutsch (Parzifal und Heliand).

Sogenannte Grundkenntnisse besitze ich, wenn mein Gedächtnis gut drauf ist, in Latein, Altgriechisch, Hebräisch und Sanskrit.

1 Jahr Physik und 2 Jahre Mathematik bis zum Vordiplom habe ich auch noch studiert, um die ägyptische Mathematik besser beurteilen zu können.

Private Weiterbildungen, die zur Erreichung von Fähigkeiten führten habe ich u.a.

bei Frau Elisabeth Wagner (malerischer Schulungsweg Rudolf Steiners)

bei Gudrun Märtins (4 Jahre indischer Tanz)

bei Sangeeta Bandyopadhyay (2 Jahre indischer Gesang)

bei Sylvianne Capell (4 Jahre Yin Flow Dance)

bei Cord Garben und Renate Behle (2 Jahre klassischer Gesang)

bei Lothar-Arno Wilke (1 Jahr Sprachgestaltung, 7 Jahre kultisches Arbeiten)

bei Rudolf Steiner (36 Jahre GA gelesen)

bei 12 verschiedenen Menschen Eurythmie

Geschenke, die ich  Mitmenschen machen konnte:

7 Jahre lang in eigener Klavierschule 40 Schülern pro Woche die Technik vermittelt, Töne zu empfinden.

5 Jahre lang einen Raum zur Verfügung gestellt für eine Galerie für anthroposophische Kunst. Einmal im Monat veranstaltete ich Konzerte und kleine Opernaufführungen von unbekannten Stücken aus dem Freundeskreis Michelangelos bis ins 18.Jhdt.

In der Galerie habe ich auch kultische Eurythmie unterrichtet. Es gab zwei Jahre lang eine berufsbegleitende Ausbildung. Das habe ich wieder aufgehoben, da es immer mehr Hindernisse gab, weil ich ohne Diplom unterrichtete.

Mit der Eurythmistin Tanja Ushakova war ich dann lange Zeit in Russland und auch in der Ukraine gewesen. Sie übte mit mir die akzentfreie Aussprache der russischen Sprache, und ich bildete dann die Gebärden in den drei Farbsphären der Ätheraura. Mit der hellsehenden russischen Malerin Inna Wagner überprüften wir das Ausgearbeitete. Das haben wir dann an die Studenten vermittelt.

Auch unterrichtete ich in der Accademia D’Art in Florenz Farbbewegungen.

Es folgten Monate mit eigenen Aufführungen und Ausstellungen:

Uffizien, Florenz: Aufführung Farbeurythmie zu Michelangelos Heiliger Familie mit geladenen Gästen aus der Akademie

Guggenheim, Venedig: Farbeurythmie zu Bildern von Jackson Pollock.

Ich malte auch über Jahre die 3 Farbauren von Worten und beteiligte mich an Ausstellungen in Hamburg,  Venedig, Florenz und Dornach.

Ich fertigte Skulpturen von Intervallen und stellte diese in Dornach und Hamburg aus.

Auch nahm ich an einem Konzert teil in der Hochschule für Musik in Hamburg und  führte das Gedicht von Conrad Ferdinand Meyer: „Schillers Bestattung“ langsam von konsonantischer Stimmung in gesungene Melodie über.

Für die deutsch-indische Gesellschaft Hamburgs führte ich zu ihrem Lichterfest im Hotel Mariott einige Sanskrit-Mantren eurythmisch auf.

In der Oper in Riga führte ich Regie für eine Farbeurythmie, die die Wörter für die Farben des Regenbogens von Muttersprachlern der Sprachen entlang des Schwarzen Meeres bis Deutschland in Beziehung brachte. Es war eine Durchdringung der Ebene ihrer sprachlichen Entwicklung und der Ebene ihres eigenen Standpunkts der Farbwahrnehmung.

Ich lebte während der ägyptischen Revolution ein Vierteljahr auf dem Sinai und habe dort mit christlichen Ikonenmalern und in Kairo mit muslimischen Malern eine gemeinsame Ausstellung gestaltet. Um die Kulturen zu verbinden, haben wir an gemeinsamen Bildern gemalt, die die Traditionen von Formgebung (Ikonen) und Farbempfinden des Wortes (Kalligraphie) dadurch vereinten, dass wir die Farbigkeit von Formen sichtbar machten.

Einige Jahre habe ich in Berlin und Hamburg professionelle Schauspieler eintrainiert bezüglich der Übereinstimmung ihrer Gebärden mit den zu sprechenden Worten.

Im Zweig am Rudolf Steiner Haus kam es dann in den Jahren 2008 – 2010 mit Laienschauspielern zu mehreren Aufführungen, bei denen ich Regie führte:

„Das Drama von Eleusis“ von Edourd Schuré, und „Ein Templerdrama“ von Martha von Strachwitz.

„Die Chymische Hochzeit von Christian Rosenkreutz“ brachte ich mit 2 x 2 Stunden auf Bühnenfassung und diese wurde im Rahmen einer Tagung in Hamburg aufgeführt.

Mit meinem Drama „Johannes der Täufer“ gelangen einige Spontanaufführungen, (flash mobs) am Elbstrand von Blankenese, wo sich die Spaziergänger und Autofahrer als Zuschauer einfanden.

Desweiteren kamen gemeinsam verfasste Judasdramen schon mehrmals in die Öffentlichkeit, sowie mein Stück: „Im Angesichte“ – die Michaelsströmung im Wandel der letzten 1000 Jahre.

Gegenwärtig gebe ich Seminare und halte Vorträge in Eigeninitiative und auf Anfragen von Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft.

Geschenke an die geistige Welt:

7 Jahre habe ich eine anthroposophisch kultische Arbeit geleitet unter der Verantwortung von Lothar-Arno Wilke, in der es darum ging, geistigen Wesen Bewusstseinslicht zu opfern in der dunklen Zeit von 1985 – 1992. In dieser Zeit war es selbst in der Anthroposophischen Gesellschaft nicht gewünscht von Esoterik zu sprechen, wegen der gewünschten Anerkennung in der Öffentlichkeit.

Seit  2011 pflege ich eine freie anthroposophisch-kultische Arbeit, die wie ein Gesamtkunstwerk unter Einbeziehung von Farben, Musik, Plastik, Mimik, Bewegung und Sprache das Wesen des Wortes mit dem Wesen des Menschen verbindet. Der treffendste Begriff dafür ist Mysterienkunst.

Geboren bin ich zwischen sonnigen Weinbergen und roten Sandsteinburgen, Mandelblüten und Esskastanien.

So wuchs ich auch auf: in den Weinbergen spielend mit grünschillernden Käfern oder im Wald auf einer Lichtung sitzend, die Farbenaura der Sonne im spiegelnden Tau und zwischen den Blättern der Bäume beobachtend und mir innerlich die Formen vorstellend, die den unterschiedlich gurgelnden Ton der Bächlein hervorriefen.

Dann kam der Einbruch mit Beginn des 10. Lebensjahres. Da zogen wir um in eine Chemiestadt. Und ich kam auf ein graues Betongymnasium mit Lehrern in derselben Farbstimmung. Ich konnte mich innerlich aufrecht erhalten durch gleichzeitiges Lesen von Karl May. Was mich daran faszinierte war nicht die Schilderung der fremden Länder, es war der Umgang seiner Hauptdarsteller mit dem Wort: dass sie ihr Leben gegeben haben für die Einhaltung ihres Wortes und für die Wahrheit. Das hatte ich schon in frühester Kindheit von meinem Vater als Wesentlichstes im Leben gehört und im Lesen von Karl May sog ich wieder diese innere moralische Kraft auf. Ich hatte dadurch das Empfinden: das destruktive Grau von Samuel Beckett, Max Frisch und dem Beton konnte mich im Innern nicht berühren. Ich konnte vorzeitig Abi machen und bekam von meinen Eltern ein Jahr Weltreise geschenkt.

Durch ein Werbeplakat eines Reisebüros mit Palmen, schneeweissem Sand und aquamarinfarbenem Wasser, entschied ich mich, nach Tonga zu fliegen – ein Gebiet bestehend aus 170 – 180  Inseln – je nachdem wieviele gerade untergegangen sind oder dazu gekommen  waren 😉 – teils mit nur einer Palme. Und dort wollte ich auf einer einsamen Insel fragend erleben, ob es einen Gott gibt und was der Sinn des Lebens sei.

In Tonga angekommen, war es relativ schwer auch nur eine Minute irgendwo mich zu besinnen. Das ganz Dorf zog mit mir mit, egal wo ich mich zurückziehen wollte, um Barbecue zu machen und Musik zu spielen, damit ich mich nicht alleine fühlen sollte! Durch ein Fest im Palast, zu dem ich eingeladen war, kam es dann tatsächlich dazu, dass mich der König von Tonga auf seine Privatinsel ließ, die für die Einwohner tabu war.

Das war unbeschreiblich: Eine Insel so groß wie ein Fußballfeld, rundum Wasser. Nach einigen Tagen fühlte ich den Rhythmus der Wellen in meinem eigenen Blute. Und in der Nacht der Sternenhimmel – was für ein Eindruck! Bei warmem Windhauch lag ich und fühlte die Sterne wie auf meiner Haut. Ich kannte die Sternbilder des Südens nicht und so konnte ich ganz rein die Beziehung der Sterne zueinander wahrnehmen, wie eine Art Charakter der Sterne, bis ich ohne zu schauen empfand, wo sie am Himmel standen. Ich erlebte, wenn ich in dem Bewusstsein war, in dem ich „Ich“ sprach, dass es eins ist mit dem ganzen Kosmos, das ich eins bin mit dem ganzen Kosmos und der Schöpfer in mir lebt und mit meinem Leben eins ist. –

Ein aufkommender Hurrikan, der die Insel vollständig überflutete, konnte mir in dieser Verbundenheit keine Angst machen. Ich fühlte ihn wie meine eigene Emotion. Es machte mir Freude so wütend zu brausen, und je mehr Freude ich daran erlebte, umso sanfter wurden die Stürme, als ob meine Freude sie aus ihrer wütenden Bahn brachte.

Nach einem halben Jahr ging ich nach Australien und war beseelt davon, in menschlicher Gemeinschaft finden zu wollen, was ich erlebte: die Verbundenheit des Kosmos mit dem Menschen.

Damals – 1981 – gab es in Deutschland noch nicht religiöse Zentren aller Art, wie wir sie heute schon gewohnt sind. Entweder Kirche oder gar nichts, so war es damals. Nicht so in Australien! Jede Einwanderergruppe hatte auch ihrer Religion Räume geschaffen. In kürzester Zeit konnte ich viele verschiedene Ausgestaltungen kennenlernen:

Einige Wochen lebte ich in Cairns in einem buddhistischen Kloster. Dort war gerade ein Kurs zu Ende, in welchem die Teilnehmer übten, wie man vor dem Tod aus dem Leib herausgeht und so das Bewusstsein behalten kann. Die Technik hatte ich also versäumt, aber mir begegneten etliche Menschen mit der Gewissheit, dass der Tod kein Ende ist für das menschliche Bewusstsein. Im Vertrauen zu diesen Menschen nahm ich dies sehr tief auf. Zu diesem Kurs war ein hoher Lama aus Tibet angereist. Er ermutigte mich, ihm eine Frage zu stellen. Ich besann mich kurz, was mir das größte Rätsel war, worin sich mein gegenwärtiges Suchen am meisten verdichten ließ und fragte ihn – was Gedanken seien. Er lächelte und sagte, dass ich an dem Ort, wo ich denke, dass Gedanken seien, loslassen müsste. Er begann, ein Mantram zu singen und der Ton- und rhythmische Raum der Laute wurde so dicht, dass ich in diesem Raum mein Bewusstsein hatte, ohne die äußere Welt wahrnehmen zu können. Das war ein Erlebnis, wodurch ich anfing, mich für das Wort als Wesen zu interessieren. Alles war sehr herzlich dort im Kloster und voll von goldenem Licht, doch fühlte ich mich von Tag zu Tag fremder, weil ich wahrnahm, dass durch die buddhistischen Lehren, wie ich sie dort kennenlernte zwar mein Begriffsvermögen sich differenzierte, aber mein Verstand, den ich mir bisher ausgebildet hatte durch logische Gesetzmäßigkeiten, die hinter den Begriffen stehen, keinen Ort fand, um aufgenommen zu werden.

Danach ging ich für ein paar Wochen in ein Sufi-Zentrum. Das war etwas ganz anderes! Ich studierte gemeinsam mit Teilnehmern des dortigen Ausbildungslehrganges die Werke Khalil Gibrans und anderer Sufi-Esoteriker. Begleitet war das von gemeinsamen Meditationen mit Worten, die in einzelnen Silben zerteilt von vielen Menschen im Kreis sitzend in verschiedene Raumesrichtungen gesprochen wurden. Ich merkte, dass ich das Wort, das ich aussprach, nicht mehr von innen hören konnte, sondern es sich wie aus dem sinnlichen Raum herauskommend wieder zusammensetzte, aber keinen Bezug mehr zu meinem Inneren hatte. Ich fühlte mich unwohl, da ich die Neigung in mir fühlte, beständig Mensch und Kosmos zu verbinden. Vom Seelischen her ging es hier knallhart zu, eine Art Mobbing lebte in dieser Menschengemeinschaft.

So verließ ich diese Gruppe und ging in ein New Age Center. Da lernte ich Tai Chi kennen. Es faszinierte mich, Bewegungen auszuführen, die durch ihre Formen im Raum bewegte Sphären erzeugten, die nicht getrennt waren von den kosmischen Sphären. Ja die kosmischen Kräfte flossen sogar durch meine Bewegungen hindurch. Wie ein Andocken an kosmische Energien kann ich es auf der ersten Stufe beschreiben. Ich erlebte im Vergleich zu meiner einsamen Insel, wo ich die äußere Natur zur Verbindung brauchte, eine Art Ortsunabhängigkeit. Ich konnte durch bestimmte Bewegungen und Gebärden die Verbundenheit mit dem Kosmos jederzeit herstellen durch die in mir liegenden Organe. Aber um die Wirklichkeit des Erlebens genauer zu beschreiben: es fühlte sich an, wie von Wesen zu Wesen im Kosmos zu wandeln unter Beibehaltung des Ich-Bewusstseins. Wandeln nicht im Sinne von gehen von Ort zu Ort, sondern ein einmal Erlebtes in den nächsten Schritt mitzunehmen, – innerhalb des Wesens zu  w a n d e l n,  gemeinsam (das Wesen und ich) als Eins in fließender Bewegung zu wandeln.  Der Raum löst sich auf in die Zeit. Sorry, ich kann es nicht einfacher beschreiben, weil man es nur verstehen kann, wenn man aus der getrennt erscheinenden, materiellen Welt herauskommt dabei.

Da entdeckte ich in der Bibliothek ein Buch über Robert Fludd im Zusammenhang mit den Rosenkreuzerfiguren. Das sog ich wie ein ausgetrockneter Schwamm auf und erkundigte mich, wo Menschen wären, die mit so etwas arbeiteten. Ich fühlte, dass mein Verstand hier aufgefangen werden konnte und sich mitwandeln könnte. So landete ich in einem Theosophischen Center in der Nähe von Adelaide inmitten von kilometerweiten Sanddünen am Meer. Dort fühlte ich mich zu Hause, verschlang jeden Tag mehrere Bücher und wanderte stundenlang durch die Dünen.

Durch ein Konzert mit Mittelalter-Musik, währenddessen mir die ganze Zeit die Tränen herunterliefen, machte ich mich wieder auf den Weg nach Europa. Die Welt auf der anderen Seite der Erde, wo der Tag beginnt, erschien mir damals wie ein Paradies, doch nun erinnerte ich wieder das Gefühl, auf einer alten Burg meinen Fuß auf eine Stelle der Erde zu setzen, in die sich schon ein mindestens 1000 Jahre alter Zeitenstrom eingeprägt hatte; die Verantwortung in mir zu fühlen, an die Brüder der Vorzeit direkt anzuschließen zu einem gemeinsamen Werk zum Guten der Menschheitsentwickelung.

Ich verliebte mich in einen Schweden und so landete ich in der ‚Nähe von Schweden‘, in Hamburg. Eine rechte Engelsführung über meine Herzensneigung ließ mich diese Heimat erwählen. Schon in der zweiten Woche landete ich in der hiesigen Buchhandlung für Anthroposophie und deckte mich mit Büchern von Rudolf Steiner ein. „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten“ und „Theosophie“ waren meine ersten.

Auch wollte ich in einen Zweig der Anthroposophischen Gesellschaft eintreten. Ich suchte im Telefonbuch und fand einen recht nichts-sagenden Namen: „Zweig am Rudolf Steiner Haus“ – und „Christian-Rosenkreutz-Zweig“. Da war er wieder dieser Name mit dem Klang, der mich im Innersten bewegte. So war eine Richtung eingeschlagen, die mir viel Leid bescheren sollte, aber auch viel innere Kraft und den Maßstab für innere Wahrheit, die sich nicht auf die äußere Anerkennung stützt.

Im Christian-Rosenkreutz-Zweig angekommen, war der Eindruck eher unangenehm, ein verbitterter alter Mann leitete den Zweig, der gegen einen mir unbekannten Vorstand schimpfte. Ich beschloss, nicht mehr zu kommen. Da aber fragte mich der alte Mann, Herr Lothar-Arno Wilke, ob ich ihm helfen würde, die Priesterkurse, die er herausgab, zu korrigieren. Da hatte ich das Gefühl, die höchsten Wahrheiten von allem, was ich wissen wollte, müssten ja darinnen stehen und sagte zu.

Gleichzeitig mit dieser Begegnung war ich auch durch ein Buch auf eine theosophische Freimaurerloge des Droit Humain in Hamburg gestoßen. Das Buch gab mir den Eindruck, dass es sich bei dem freimaurerischen Ritual darum handele, das in der Materie verloren gegangene Schöpfungswort wieder zu finden. Ist ja mein Thema, dachte ich und habe mich dort angeschlossen. Es war ein Kreis von zehn netten alten Damen, die mich ‚ihr Küken‘ nannten (noch war ich 19 Jahre alt) und mit Honigwaffeln und Tee bemutterten. Also es ging mir nicht schlecht, und das mit dem Wort, das werde ich wohl noch finden, dachte ich mir.

Herr Wilke, der davon erfuhr, war sehr angetan, da im Hintergrund des Christian Rosenkreutz Zweig seit seiner Gründung durch Rudolf Steiner im Misraim-, bzw. Michael-Dienst gearbeitet wurde, der sich im äußeren Zeitenstrom an die Freimaurerei anschloss. Herr Wilke hatte diese Arbeit zusammen mit der Zweigleitung von Frau Westphal im Jahre 1959 übernommen. Für alle, die jetzt gleich in Ohnmacht fallen bei dem Begriff Freimaurerei: es ist tatsächlich zu unterscheiden zwischen den politisch agierenden westlichen Logen, gegen die Rudolf Steiner schimpfte und den Memphis-Misraim Logen, in denen Rudolf Steiner Mitglied war und die die alte Esoterik des Mysterienstromes pflegen, das verlorene Schöpferwort wiederfinden wollen und auch die alten kabbalistischen Weisheiten bewahren. Bis in die organisatorische Struktur unterscheiden sich diese grundsätzlich. So sind die westlichen Logen weisungsgebunden bis in das Verhalten der Mitglieder hinein, wen man besuchen darf und hineinlassen darf usw. Die Memphis-Misraim Logen (inzwischen nicht mehr alle) bauen sich von unten auf: freie Verwirklichung eines jeden, der ein Impuls hat und nur das Ritual wird vom Großmeister verantwortet. Wobei es jede Loge individuell ausgestaltet, der Großmeister achtet nur auf die „Einhaltung der Statik zur Ehre des Großen Architekten des Weltenalls“ und darauf, dass das Wort in Wahrheit in die Sichtbarkeit gebracht wird, um die Anwesenheit des Christus zu ermöglichen.

Obwohl bei den alten Rosenkreutzern auch Brüder waren, die aus Goldgier arbeiteten, gab es genügend, die mit reinem Gemüt und Herzen eine wichtige Arbeit vollzogen und die alten Templertraditionen pflegten und fortsetzten. Genauso ist es in der Freimaurerei. Es gibt Menschen, die meinen, mit der Kraft des Schöpferwortes, die Weltmacht an sich reissen zu können. Deswegen ist nicht der ganze freimaurerische Strom zu verwerfen. Er knüpft an den Strom der Rosenkreutzer und Templer an und führt diesen bis in die Gegenwart. Durch die Person Rudolf Steiners, der seit seiner Wiener Zeit Freimaurer war, wurde die Anthroposophie aus ihm heraus geboren.

Nun nahm Herr Wilke mit mir eine herrliche Ausbildung vor. Wir saßen mehrmals die Woche nach meiner Uni – ich studierte damals Astrophysik  – an den Priesterkursen, und er erläuterte mir den Unterschied zwischen kirchlichem Christengemeinschaftskultus und dem umgekehrten Kultus, zu dem die Freimaurerei und ganz besonders der Misraim-Michael Dienst zählt. Er deutete mir auf die wunden Punkte der Anthroposophischen Gesellschaft, wo sich die beiden Ströme in der Handhabung von sozialen Strukturen wie der Führung vermischt haben und dadurch Machtstrukturen sich bemerkbar machen. Lothar-Arno Wilke war ein Mensch von großer Einsicht in geistige Angelegenheiten, nur unfähig diese umzusetzen. Mit Polemik, Verbitterung und Übergriffigkeit auf die Freiheit der anderen Menschen, insofern er glaubte, dass nur seine Erkenntnis die einzig richtige sei, – was seiner Generation noch sehr zu eigen war, – verhinderte er sich selbst und seinen Impuls. Trotz allem hatte er sich aus dem Misraim-Michael Dienst große Fähigkeit erworben über die Bildung des Wortes. Seinen Sprachgestaltungsunterricht genoss ich mit einigen anderen aus dem Zweig jede Woche. Immer mehr Eurythmisten kamen durch die anthroposophisch-kultische Arbeit des Misraim-Michael Dienstes in den Christian-Rosenkreutz-Zweig, so dass sich dieser bald von seiner Anzahl her verdoppelte durch junge lebenslustige Menschen. Wir hatten viele Jahre eine schöne Zeit zusammen mit den herrlichsten Festen im Hause von Herrn Wilke, die seine erste und zweite Frau gemeinsam kochend ausrichteten. Mit silbernen Leuchtern und Teppichen rundherum, antikem Tafelgeschirr, Musik und gebratenen Gänsen.

Mit 21 hatte ich einen schweren Unfall, durch den ich ein Jahr nicht laufen konnte und auch jeglichen Glauben an westliche Ärzte verlor, denn was mich letztendlich heilte, war mein Entschluss, die Operationen abzulehnen, ein chinesischer Heiler, der mir in den Weg geführt wurde und eine Ikone des Christus.

Während des 6-wöchigen Krankenhausaufenthaltes, in welchem ich bis zur Brust eingegipst lag, las ich die ganze Bibel durch. Zuerst war ich etwas erstaunt über die vielen Vergeltungen und Morde und Aufrufe zum Krieg, doch dann begannen die hebräischen Namen in mir zu klingen und eine Zeitreise begann. Als konnte ich aus dem Bewusstsein des hebräischen Volkes die Empfindungen und Willensentschlüsse der beschriebenen Menschen verstehen. Die Realität um mich herum veränderte sich völlig. Ich lebte in der jeweils beschriebenen Zeit und konnte vieles sehen, in welches das in der Bibel Beschriebene eingebettet war.

Ich brach meine Physikvorlesungen ab und wechselte ins Studium der Ägyptologie, wo ich dann später auch den Magister erhielt. Heute ist mir deutlich, dass die Physik sowie die Chemie nichts anderes ist, als ein verstandesgemäßes Erfassen der Wesenszüge, die den Hierarchien zu eigen sind. In unbewusster Sehnsucht hat mich das Richtung Astrophysik getrieben, doch durch das durch die Bibel erwachte Empfinden lag es mir nun näher, weiter in den alten Urkunden zu suchen. Ich wollte die Texte der alten Mysteriendienste selbst beurteilend übersetzen können, ohne die Filterung der heutigen Wissenschaftler, und so studierte ich jetzt Ägyptologie mit Nebenfach Koptisch, Philosophie und Mittelhochdeutsch. Ich stürzte mich zuerst auf die Inhalte. Das eigentliche Tor in die ägyptische Welt der Mysterien war jedoch wo ganz anders als vermutet. Die Zeichen selbst waren das Geheimnis! Nach jahrelangem Schreiben der Hieroglyphen von rechts nach links und mit der linken Hand von links nach rechts, im Erleben ihrer Entwicklung durch die Jahrtausende, begannen diese Zeichen wie Pflanzenkeime in meinem Lebensleib zu leben, so dass – während meine Augen auf den Zeichen ruhten – mein Lebensleib eine Art von Eurythmie vollzog, die allerdings nicht auf gesprochene Laute reagierte, – die ja nicht mehr überliefert sind, – sondern auf die Symbole. Ich konnte das in den Texten Beschriebene am eigenen Leibe erleben. Ich erkannte, dass es nicht nur eine Laut- und Toneurythmie, sondern auch eine Symboleurythmie gibt, eine kultische Eurythmie! Die Symbole waren für mich nicht mehr nur Zeichen mit einer Bedeutung für den Verstand, sondern ich hatte ein Erlebnis, das ich wie folgt beschreiben kann:

Wenn ich die Sonne äußerlich abbilde, dann male ich einen Kreis mit Strahlen drumherum. Was allerdings ist das Wesen der Sonne? Ich erlebe es als einen Atmungsvorgang: die Sonne strahlt in die Peripherie und saugt gleichzeitig in ihren Mittelpunkt. Das Wesen der Sonne zeichne ich in der minimalistischsten Art und Weise also mit einem peripherischen Kreis und einem Mittelpunkt darinnen. Das entspricht dem Symbol für die Sonne. Das Symbol ist also gleichzeitig eine Leibesform für das Wesen.

Eine große innere Führung hatte ich durch meine Konzentration auf Hegel im Nebenfach Philosophie. Er besaß die Fähigkeit des reinen Denkens. Seine Gedankenführung brachte mir das geistige Laufenlernen bei. Denn in dem Denken, das sich nicht auf die sinnliche Welt bezieht, hat man keine Kontrolle. Es wird nur das Gedachte sichtbar, so eckt man nicht an und merkt erst oft zu spät durch Krankheit oder Leid, dass man aus der Harmonie des Kosmos herausfallen kann. Die gesetzmäßig logische Gedankenführung und das Mitgefühl mit allen Wesen, das im gleichen Verhältnis wie das Denken wachsen sollte, sind die einzig mir bekannten Richtlinien, die Erkenntnis in Harmonie mit den Wesen zu pflegen. Die kindlich reinen Empfindungen des Parzifal in Mittelhochdeutsch sind mir ein öffnendes Tor in diese Empfindungswelt gewesen.

Als ich 24 war, fand ein außergewöhnliches Ereignis in Paris statt. Die Großmeister der verschiedenen Memphis-Misraim Orden Europas trafen sich, um über eine Annäherung der verschiedenen Richtungen zu beraten. Auch Herr Wilke hatte eine Einladung. Da er krank wurde, sandte er mich stellvertretend hin.

Ich machte aus der Fahrt eine Kathedralen-Tour durch Frankreich. Ich besuchte eine Kathedrale nach der anderen bis hin zum Mont Saint Michel. Da ich keine Zeit hatte, mich vorzubereiten, hatte ich nur mein staunendes Aufnehmen. Ich lernte in meinem Leib zu fühlen die Statik der Bauwerke. Das eröffnete sich so, dass ich zuerst wahrnahm, wo im Gebäude die unterschiedlichen Bauphasenabschnitte lagen. Ich nahm wahr, dass ich das nicht äußerlich sehen konnte, sondern als eine Art „Spannung in den Knochen“ erlebte. Diese veränderte sich je nach Bauabschnitt. Diese unterschiedliche Spannung paarte sich bald mit der Empfindung für diese Spannung: grob klotzig absichernd, fein bewegt vertrauensvoll sind zwei Extrembeispiele wie sich das so anfühlte. Ich nahm wahr, dass diese Spannungen mit ihren Empfindungen der Ausdruck des jeweiligen Baumeisters waren und konnte so die Baumeister unterscheiden in ihrem inneren Wesenszug und ihren inneren Neigungen, die sie in der Statik des Baues verwirklichten. Die Bauhüttentraditionen lebten ja noch ohne Computer, die Verantwortlichen mussten in sich den Maßstab ausbilden, die Verantwortung der Statik zu tragen. Mein Leibesgefühl wurde mir nun auch zu einem Maßstab für das Bauwerk. Diese Spannung in den Knochen löste sich wie von den Knochen ab, war außerhalb der Knochen und wurde frei beweglich. Mein Formleib – so möchte ich diesen Kräftestrom nennen, weil er die Spannung meiner eigenen Formkraft ist, an der sich die Materie meines Skeletts nur anlagert – stand mir imaginativ vor meinem innerem Auge und wurde durch mein empathisches Empfinden frei bewegbar.

Bei dem Kongress machte ich eine ungewöhnliche Erscheinung unter all den Herren, deren es so circa zehn gab. Ich wusste allerdings nicht, was sie von der Delegation aus Deutschland so hielten. Einer nach dem anderen standen sie auf und erzählten ihre Ordensgeschichte. Natürlich konnte jeder sich auf Adam zurückverfolgen. Das brauchte sehr viel Zeit. 😉 Von dieser Art und Weise der Auffassung der Ordensgeschichten ging ein ganz großer Respekt für den Zeitenstrom aus. Es war wie eine Pflege dieses Zeitenstroms und gleichzeitig ein Pflegen der Dankbarkeit gegenüber den Brüdern der Vorzeit, deren Schaffen wir unser Denkvermögen der Gegenwart verdanken. Dann fand ein Ritual im höchsten Grade statt. „Hoch“ ist hier keine Wertschätzung, sondern eine Ortsangabe. Worauf sie mir, der ich ja noch Anfänger war, alle Grade auf einmal übertrugen und mich teilnehmen ließen. Die Übertragung hatte keinen magischen Charakter. Sie bestand aus Anerkennung und Vertrauen mir gegenüber und meiner Bereitschaft, mich in den Zeitenstrom der Mysterientraditionen zu stellen. Das fiel mir ja nun nicht gerade schwer. Der Zeitenstrom braucht seine Wurzeln in sinnlich inkarnierten Menschen, die sich gegenseitig in brüderlicher Toleranz auf gleicher Ebene anerkennen. Und diese gegenseitige Anerkennung ist wichtig, damit er nicht zerstückt wird.

Es war noch sehr spannend, weil eine gemeinsame Form gefunden werden musste für das Ritual und sie dabei die wesentlichste Struktur, die all ihren unterschiedlichen Varianten zugrunde liegt, die also das Wesen von Memphis-Misraim ausmacht, herausarbeiteten.

Ich hatte das Erleben, mir ein großes Geheimnis der Freimaurerei auf dem Wege nach Paris selbst erarbeitet zu haben, als mir der Formleib sichtbar wurde. Von diesem Moment an habe ich die Bedeutung der Architektur für die Leibesbildung des Menschen verstanden und seitdem den Impuls einer Entwicklung einer zukünftigen Tempelarchitektur im Sinne des Auferstehungsleibes des Christus gepflegt.

Die Hitlerpropaganda gegen Juden und Freimaurer in Deutschland hat mir zeitlebens sehr zu schaffen gemacht. In den anderen Ländern wird man sehr geschätzt durch die Zugehörigkeit zu diesem Kreis, zu dem die gebildetsten Menschen gehören, wie Goethe, Lessing, Kleist, Kloppstock, Liszt, Sibelius, Mozart, St. Germain… Aber in Deutschland sitzt noch die propagandistisch aufgewühlte Angst und wurde auch in der Öffentlichkeit erst in den letzten Jahren bearbeitet.

Doch seit der Jahrtausendwende hat sich die Geomantie immer weiter ausgebreitet und mit ihr die Liebe der Menschen zur Heilung der Erde. Ein neuer selbstverständlicher Umgang mit geistigen Wesen beginnt, ohne den Egoismus der Menschen für deren eigene Höherentwicklung, einfach zum Heile der Erde. Nun erwacht auch immer mehr das Bedürfnis nach Kultus, nach der Pflege des Zusammenhanges von Kosmos und Erde.

Besonders hat sich in mein Gemüt eingeprägt die Imagination Rudolf Steiners über das Wesen der Künste vom 28. Oktober 1909. Ich begriff, dass die Kunst im Tempeldienst früherer Zeiten ganz durchdrungen war von dem jeweiligen Gott, dem der Tempel geweiht war.  Die Architektur, die Farbgebung, auch was im Tempel gesprochen und bewegt wurde, war ja ganz auf diesen Gott ausgerichtet und so wie eine Art Gesamtkunstwerk vorhanden. Dann durch die Öffnung der Mysterien durch den Christus wurde die Kunst durch den Egoismus des menschlichen Selbst zerstückt. Und Christus, der die Freiheit selber ist, er kann es nicht von uns fordern, die Kunst in den Dienst des Wortes zu stellen. Ich habe es mir zum Impuls gemacht, so weit ich es bewusst handhaben kann, dies zu vollziehen. Die einzelnen Kunstbereiche sind jeweils Ausdruck eines bestimmten Sinnesorgans. Mir wurde klar, dass ich auch eine okkulte bzw. esoterische Ausbildung nur über das Wort vollziehen werde: Die Durchgestaltung der Sinnesnatur durch das menschliche Ich aus dem Wort heraus. In diesem Sinne begann ich eine Mysterienkunst auszuarbeiten. Das ist natürlich nicht gerade der Welthit in der äußeren Welt, denn warum sollte man sich nicht einfach selbstverwirklichend wohlfühlen in der Kunstausübung? Es gehört für mich die Freude und die Liebe zum Schönen, zum Worte und zum Bewusstseinslicht dazu.

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